Einleitung
Veränderungen im Maul- und Zahnbereich entwickeln sich bei Pferden meist schleichend. Auffälligkeiten werden häufig erst dann deutlich sichtbar, wenn bereits länger bestehende Veränderungen vorliegen, da Pferde beginnende Probleme oft kompensieren.
Grundsatz
Veränderungen im Verhalten oder im Fressablauf sollten ernst genommen werden. Regelmäßige Kontrollen durch eine fachkundige Person sind wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln.
Mögliche Hinweise
Die folgenden Beobachtungen können auf Veränderungen im Maul- oder Zahnbereich hinweisen. Die Liste ist nicht vollständig.
Fressverhalten
- verminderte oder veränderte Futteraufnahme
- Futter fällt aus dem Maul
- Bildung sogenannter Heuröllchen
- selektives Fressen oder Futterverweigerung
- Eintauchen von Raufutter in Wasser
- Ablehnung zuvor gern gefressener Futtermittel
Kaubewegung und Maulverhalten
- Zähneknirschen
- auffällige Kaubewegungen
- einseitige Kaubewegung
- Zungenstrecken
- vermehrte Speichelbildung unabhängig von der Futteraufnahme
Verhalten unter dem Reiter
- veränderte Rittigkeit
- Schwierigkeiten beim Auftrensen
- Kopfschlagen oder Unruhe
- ungewöhnliche Kopfhaltung beim Reiten oder Fressen
- plötzliche Kopfscheuheit
Äußere Hinweise
- Mundgeruch
- Schwellungen im Wangen- oder Kopfbereich
- Veränderungen der Kopfmuskulatur
- Verletzungen der Maulschleimhaut
- Gewichtsverlust oder schlechter Allgemeinzustand
- wiederkehrende Schlundverstopfungen
- wiederkehrende Koliken
- Kotwasser (als möglicher Begleitbefund)
Zeitfaktor
Bei längerer Zeit ohne Zahnkontrolle (deutlich mehr als ein Jahr) besteht ein erhöhtes Risiko unerkannter Veränderungen im Maul- und Zahnbereich.
Fazit
Veränderungen im Maul- und Zahnbereich verlaufen meist langsam und werden leicht übersehen. Regelmäßige Kontrolle hilft, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.